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Burnout Anzeichen

Wie sich Erschöpfung bemerkbar macht

Wie erkennt man Burnout?

Burnout ist kein plötzliches Ereignis, sondern ein schleichender Prozess. Die Anzeichen entwickeln sich oft über Monate oder Jahre hinweg – und werden von Betroffenen und Umfeld häufig lange nicht als solche erkannt. Das liegt auch daran, dass viele Symptome zunächst wie normale Erschöpfung wirken, die sich “mit dem nächsten Urlaub” schon geben wird.

Das Treppenmodell aus der Erschöpfung

Grafik zum Burnout Stufenmodell nach M.Geiger

7-Stufen-Modell, © M. Geiger

Burnout entwickelt sich stufenweise. Man kann sich das wie eine Treppe vorstellen, die man Schritt für Schritt nach unten geht. Hinweis: Lange merkt man nicht, wie tief man bereits gestiegen ist:

  • Stufe 1–2: Erhöhter Einsatz, Begeisterung, “ich schaffe alles”, grenzenlos werden, extremes Bemühen.
  • Stufe 3–4: zunehmende Vernachlässigung eigener Bedürfnisse, erste körperliche Signale
  • Stufe 5–6: Rückzug, Zynismus, emotionale Erschöpfung, kann fast nicht mehr
  • Stufe 7: Vollständige Erschöpfung, oft mit einem depressiven Zustandsbild - will nicht mehr.

Körperliche Anzeichen

  • Anhaltende Müdigkeit, die durch Schlaf nicht besser wird
  • Häufige Infekte durch ein geschwächtes Immunsystem
  • Schlafstörungen – trotz Erschöpfung nicht einschlafen können
  • Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verspannungen
  • Magen-Darm-Beschwerden ohne organischen Befund
  • Herzklopfen, Schwindel, Engegefühl in der Brust

Psychische und emotionale Anzeichen

  • Innere Leere, Gefühllosigkeit
  • Zunehmende Reizbarkeit und Ungeduld
  • Zynismus und Distanzierung (auch von geliebten Menschen)
  • Gefühl der Sinnlosigkeit der eigenen Arbeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit
  • Angst, Panikattacken
  • Niedergeschlagenheit bis hin zu depressiven Zuständen
  • Libidoverlust, keine Lust auf Sex - wenig Nähewünsche

Verhaltensänderungen

  • Sozialer Rückzug, Isolation
  • Vernachlässigung von Hobbys und Freizeitgestaltung
  • Erhöhter Konsum von Alkohol, Kaffee oder anderen Substanzen
  • Unfähigkeit, in der Freizeit wirklich abzuschalten
  • Immer länger arbeiten – aber immer weniger schaffen

Wichtiger Hinweis

Viele dieser Symptome können auch andere Ursachen haben. Eine gründliche ärztliche Abklärung ist immer der erste Schritt. Schilddrüsenerkrankungen, Anämie, Hormonstörungen, Postcovid oder andere körperliche Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen. Bitte suchen Sie zunächst Ihren Hausarzt auf.

Grafik zu Burnout, Kreisförmiges Schema nach Freudenberger

Burnout-Zyklus nach Freudenberger – 12 Phasen der Erschöpfung

Wann ist professionelle Hilfe angebracht?

Wenn Sie sich in mehreren der oben genannten Punkte wiedererkennen und die Symptome seit Wochen anhalten, ist es Zeit für professionelle Unterstützung. Warten Sie nicht, bis Sie am absoluten Tiefpunkt angekommen sind. Je früher Sie handeln, desto kürzer und weniger aufwändig ist der Weg zurück. Einen ersten Überblick können Sie sich auch mit dem Burnout-Selbsttest verschaffen.