Burnout und Stress
Stress und Burnout werden oft gleichgesetzt – dabei sind es zwei verschiedene Dinge. Stress ist eine normale, kurzfristige Reaktion des Körpers auf Herausforderungen. Burnout ist das Ergebnis von chronischem Stress, der über lange Zeit anhält, ohne ausreichende Erholung.
Was ist Stress?
Stress ist eine biologische Reaktion: Wenn das Gehirn eine Situation als bedrohlich oder herausfordernd bewertet, schüttet der Körper Stresshormone aus – vor allem Adrenalin und Cortisol. Diese sorgen dafür, dass wir schneller denken, stärker sind, weniger Schmerz empfinden. Das ist evolutionär sinnvoll – für kurzfristige Gefahrensituationen (“Säbelzahntiger”). Siehe unten.
Problematisch wird Stress, wenn er chronisch ist – wenn der Körper dauerhaft im Alarm-Modus verbleibt, ohne Zeit zur Erholung.
Stressoren – was macht uns Stress?
Stressoren können von außen udn von innen kommen:
Von außen kommender Stress
- Hohe Arbeitsbelastung, Zeitdruck, Rollenunklarheit
- Konflikte im Berufs- oder Privatleben
- Finanzielle Sorgen, Existenzangst
- Pflege von Angehörigen
- Krankheit, Verlust
Von innen kommender Stress
- Perfektionismus und überhöhte Ansprüche an sich selbst
- Schwierigkeiten, “Nein” zu sagen
- Katastrophisierende Gedanken, Grübeln
- Angst vor Versagen oder Ablehnung
- Mangel an Selbstbezug/Selbstsicherheit
Die Rolle von Cortisol
Biochemischer Verlauf der Stressreaktion
Der Weg von Stress zu Burnout
Der Übergang von Stress zu Burnout ist fließend. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Belastung und Erholung. Wenn Erholungsphasen dauerhaft fehlen oder zu kurz sind, kann das Stresssystem nicht regenerieren. Die Stressreaktion wird unzuverlässig – irgendwann reagiert der Körper auf Stress nicht mehr angemessen, sondern mit Erschöpfung.
Mehr zur biologischen Seite der Erschöpfung finden Sie unter Burnout Theorie und Körpersignale.
Warum Säbelzahntiger?
Der Säbelzahntiger wird gerne als Synonym genommen, weil er die SteinzeitbewohnerInnen noch 12.000 Jahren vor seinem Aussterben ganz schön auf Trab gehalten hat. Mit einer beeindruckenden Größe und Kraft galt er damals eine sehr große Bedrohung. Im Unterschied zu unseren Bedrohungen konnten sich die Menschen damals durch Flucht oder gemeinsame Jagd retten. Der Stressor in der Steinzeit, Sergiodlarosa, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6835781