Artikel

2016

In spektrum.de erschien im Jänner 2016 ein Artikel über 11 Mythen betreffend Burnout, machen Sie sich selbst ein Bild.

 

2015

Aktuell finden Sie einen neuen Artikel zu Erschöpfung und Stress in der Zeitschrift Gesund & Leben,

Verfasserin: Dr.in Doris Simhofer

Auszeit vom Stress, mit einem Interview mit M. Geiger

 

2016

 

 

 

 

Die Schatzinsel und Burnout

 

Robert Louis Stevenson, Vorreiter in der Prävention von Burnout?

r.l.stevensonSie kennen sicher „Die Schatzinsel“ oder „Jekyll und Mr. Hyde“. Was macht den Autor so interessant für die moderne Zeit?

Aus einer schottischen Ingenieursfamilie stammend, Jusstudium auf Wunsch des Vaters, dann Schriftsteller, Reisender, Künstler. Aus dem bürgerlichen Leben ausgebrochen und aus gesundheitlichen Gründen in die Südsee gezogen. Dort selbst als Geschichtenerzähler, als „Tusitala“ wie die Eingeborenen ihn nannten bekannt geworden. Er taugte nicht zum bürgerlichen Leben und erfand sich eine eigene Welt.

Zitate von Robert L. Stevenson

„Was mich betrifft, begegne ich lieber einem glücklichen Menschen als dass ich eine Fünfpfundnote finde.“

Ein heiterer Mensch verbreitet gute Laune um sich herum und wenn er in ein Zimmer kommt, ist es, als sei ein Licht angezündet worden.“

„Ohne jeden Zweifel ist der Müßiggang ein sehr wichtiger Bestandteil der Erziehung. Der Müßiggänger … hat Zeit, sich um seine Gesundheit und seinen Geist zu kümmern. Er ist viel an der frischen Luft, … es mag sein, dass er die wichtigen Bücher seiner Zeit nie gelesen hat, aber er hat sie mit ausgezeichnetem Erfolg angeblättert und flüchtig überflogen.

„Der Müßiggänger …ist großzügig und heiter lässt jedermann gelten. Er gibt sich selbst mit Irrtümern zufrieden, wenn sie nicht allzu sehr auffallen. Gutgelaunt schlendert er die Seitenwegen seines Lebens dahin.“ „Übertriebene Geschäftigkeit ist immer Zeichen mangelnder Vitalität…. Wofür denn in Gottes Namen diese ständige Plackerei?“

In unsere Zeit übersetzt

Müßiggang, ein weniger gebräuchliches, fast verstaubt anmutendes Wort. Es ist nicht gleichbedeutend mit Nichtstun sondern hat mit Muße zu tun. Die Dinge zu tun, die in den Augen der herrschenden Klasse keinen „Sinn“ machen. Die kein „Muss“ sind. Eine Art Verweigerung dessen, was „man zu tun hat“ zugunsten von Genuss, Zeitnehmen. Das Gegenstück zu Betriebsamkeit, die moderne Übersetzung würde wohl mit Entschleunigung zu tun haben. Nicht ständig arbeiten, erledigen, eingespannt sein vor den Karren der Produktivität, der Eile und der to-do’s. Die Rolle der Müßiggängerin und des Müßiggängers ergreifen – vorbeugend, um nicht in die Erschöpfung zu fallen.

schatzinselAuf den Geschmack gekommen? Zur Einstimmung die „Schatzinsel“ wieder mal lesen. Piraten, Überlebenskampf einmal anders, pur und mit allen Sinnen. Viel Vergnügen wünscht Ihnen dazu: Martin Geiger, Psychotherapeut

XII/2010 - m.geiger

 

 

 

 

Stress und erhöhte Cholesterinwerte

Bild: Brennbare SubstanzDezember 2009

Die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol führen im Blut auch zu einem Anstieg der Fettsäuren, des Blutzuckers und des Cholesterin. Außerdem regulieren die Stresshormone die LDL-Rezeptoren an den Zellwänden herunter - zu deren Aufgabe gehört es, Blutfett aus dem Blut zu holen und es in die Zellen einzulagern. Stress erhöht die Cholesterinbereitstellung und verhindert zudem den Abbau.

Die Studie

In einer 3 Jahresstudie des University College London konnten Forscher um um Andrew Steptoe beweisen, wie bei 199 Testpersonen bei Stressbelastung die Cholesterinwerte angestiegen sind. Teils waren die Werte beim LDL-Cholesterin (das "ungünstige" Low density cholesterol) drei Mal so wahrscheinlich in einem potenziell schädlichen Bereich. Andere Einflussfaktoren wie Fehlernährung, Alkohol- und Nikotinmissbrauch sowie Bewegungsmangel wurden dabei berücksichtigt bzw. ausgeschlossen.

"Die Werte, die wir im Labor ermittelt haben, spiegeln wahrscheinlich auch wie die Menschen im Alltag auf Herausforderungen reagieren. Das bedeutet, dass jene die stärker auf stressreiche Aufgaben reagieren, auch stärker auf emotionale Situationen reagieren und daher eher unter erhöhten Cholesterinwerten leiden werden."

Stress ist nie gleich Stress.

Hier wirkt sich der sogenannte "distress" schädlich aus. Er tritt bei Über- oder Unterforderung auf, bei übermässiger Dauer (das Maß dazu ist individuell), bei fehlender "Auflösung" - also wenn unser Lösungsverhalten spät oder nie zum gewünschten Erfolg führt. Stress entsteht auch, wenn die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt ist, wenn Willkür am Arbeitsplatz oder in Beziehungssituationen erfahren wird. Themen für eine Psychotherapie.

"fight or flee"

Von unseren "Vorfahren" her gesehen - unserer tierischen Seite her gab/gibt es in Stresssituationen nur zwei Verhaltensmöglichkeiten: Kämpfen oder Flüchten (fight or flee). Im Stress zu verharren, das schaffen erst wir mit unserem Großhirn. Die in Stresslagen bereitgestellten Energien (Blutfett und -zucker, Hormone, "Alarmstoffe aller Art") werden wir kaum los - wir müssten dazu mehr Bewegung machen - Größenordnung >5.000m Lauf und mehr. Bewegung würde auch das "gute" HDL-Cholesterin wieder ansteigen lassen. Im Tierrreich gibt es dazu noch das Reaktionsmuster der Erstarrung - der "Totstellreflex", genutzt um sich schelchter sichtbar zu machen und plötzlcih zu fliehen.

XII/2009 - m.geiger