Körpersignale

Entstehung der Symptome

Beim erschöpften Menschen führt meist der Körper die Regie auf der Lebensbühne, indem er darüber bestimmt, was gespielt oder nicht mehr gespielt wird.

Symptome als Signale des KörpersDies ist natürlich als Metapher für die erschöpfte Lage zu sehen.Medizinisch lässt sich das meist so erklären - die seelische Lage steht über das vegetative Nervensystem in direkter Verbindung zu Organsystemen und Regelkreisen im Körper. Funktionen werden so gesteuert, gebremst oder beschleunigt. Das alles geschieht unwillkürlich - die Körpersignale können kaum manipuliert werden.

In der Erschöpfung werden Symptome als eine Art Organsprache sichtbar, ohne dass medizinische Befunde dafür festgelegt werden können. Mit einem Wort, Sie machen Ihre|n HausarztIn damit vielleicht ratlos. Aber auch aus einer harmlosen Funktionsstörung kann sich mit der Zeit auch etwas verselbständigen und organischen Schaden anrichten. Am Beispiel Magen gezeigt: Von der ständigen Reizung und damit Übersäuerung geht es oft nahtlos zur Entzündung weiter. Zu den ergänzende Informationen zu körperlichen Auswirkungen von Burnout. Krank ohne Befund? Bitte denken Sie bei so vielseitigen und nicht festzumachenden (vielleicht auch noch wechselnden) Symptomen immer auch an eine versteckte Depression oder wenn emotional häufig Ängste auftreten auch an eine Angststörung.

Häufige Symptome

  • Schwächung der Immunreaktion, häufige Infekte
  • Unfähigkeit zur Entspannung in der Freizeit
  • Schlafstörungen, Alpträume (Angst)
  • Sexuelle Probleme, Libidoverlust (Rückzug)
  • Gerötetes Gesicht, Erhöhter Blutdruck (gestauter Ärger)
  • Herzklopfen, Beschleunigter Puls (Angst)
  • Gefühl unter Strom zu stehen, wie elektrische Impulse in den Händen oder Füssen (innere Konflikte)
  • Engegefühl in oder Druck auf der Brust, Atembeschwerden (Bedrohtsein, Angst)
  • Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, chronische verhärtete Muskelpartien (Druck,Angst, sich nicht mehr spüren können)
  • Schmerzzustände im Sinne von (nach ICD 10-GM, F45.40 anhaltende somatoforme Schmerzstörung)
  • Nackenschmerzen, Halswirbelsäuleprobleme, Drehschwindel (Folge von Angst)
  • Kopfschmerzen, nervöse Tics (Spannung)
  • Verdauungsstörungen, Übelkeit, Gefühl des Übersäuertsein, Druck in der Magengegend
  • Ungünstig veränderte Eßgewohnheiten und damit verbundene Gewichtsveränderungen
  • Veränderter Konsum von Alkohol/ Kaffee/ Tabak/ andere Drogen. Hinweis: Bitte nehmen Sie dabei nicht irgendwelche statistische Wert als Vergleichsmaß sondern sich selbst.
  • Wie sind Sie mit sich und mit Ihrem Genussmittelkonsum vor 1, 2, 5 Jahren oder vor 10 Jahren umgegangen?
  • Fraglich ist, in wie weit seelische Erschöpfung auch an Fibromyalgie beteiligt ist (M79.9 Krankheit des Weichteilgewebes, nicht näher bezeichnet), Zusammenhänge sind zu vermuten, da ebenfalls ein Serotoninmangel besteht - im Widerspruch steht der Cortisolmangel (Stresshormon) bei der Fibromyalgie.

 

Symptome als Signale des KörpersViele der hier aufgeführten Symptome sind unspezifisch, d.h. sie kommen nicht nur beim Burnout-Syndrom, sondern auch bei anderen Erkrankungen vor. Man kann daher aufgrund des Vorhandenseins eines oder mehrerer Symptome nicht gleich auf das Vorliegen eines Burnout schließen!

Es gibt in der psychosomatischen Medizin schon ausreichend Literatur über die Organ- und Symptomensprache. Trotzdem sei hier nochmals darauf verwiesen:

Wer auf die Zeichen im Körper achtet, begibt sich als aufmerksamer ZuseherIn zur eigenen "Körperbühne" und kann rechtzeitig einen Handlungsbedarf erkennen.

Hinweis: Was sich körperlich zeigt, hat meist schon eine längere Entstehungsgeschichte. Ein schneller Kurswechsel in Ihren Gewohnheiten wird sich daher nicht blitzartig bemerkbar machen. Geduldes Arbeiten und mehr Fürsorge für Sie selbst sind jetzt angesagt.

Körperliche Ursachen sollen immer vorher ausgeschlossen werden.

 

 

Mögliche Botschaften "in Organsprache"

Wenn im Erwachsenenalter Signale vom Körper kommen, wird damit ein "Störfall" von unserem basalen [grundlegenden] System gemeldet. Es können jedoch auch Botschaften der Seele durch das Sprachrohr des Körpers ausgedrückt werden. Hinweis: Eine Abklärung durch Ärztin oder Arzt ist unbedingt ratsam.

Es lohnt sich, die Zeichen des eigenen Körpers wieder wahrzunehmen und auf möglicherweise darin versteckte seelische Bedürfnisse (oder Nöte) zu achten. Versuchen Sie, für eine Weile das Leben "anders anzulegen" - beobachten Sie selbst Ihre Körpersignale. Die Symptome habe ich hier im Sinne der Burnout Thematik gedeutet.

 

Symptomverzeichnis
Körperbühne Seelische Bühne  
Schwächung der Immunreaktion* Wen oder was muß ich (häufig) abwehren, welche "Eindringlinge", was bedrängt meine Schutzschranken? Woran entzünde ich mich ständig (z.B. Ärger)?, aber auch: Was kann ich nicht integrieren /hereinlassen, um mich damit näher zu beschäftigen - es ggf. auch zu verdauen.  
Anspannung, fehlende Entspannung in der Freizeit immer unter Strom stehen, ständig unter Dampf, in Bewegung bleiben, ohne Rast und Ruh, grenzenlos fleißig  
Schlafstörungen*** etwas läßt mir keine Ruhe, ich kann mich nicht (einmal in der Nacht) davon abwenden, loslassen, es sein lassen, vorausgrübeln - sich seelisch im Voraus wappnen, immer noch auf Trab sein, Gedankenberge in schlaflosen Stunden abarbeiten  
Sexuelle Probleme, Libidoverlust** sich nicht mehr hingeben wollen (im Sinne einer innigen Begegnung), niemanden näher an sich lassen, "es" schnell hinter sich bringen wollen, weniger "Stehvermögen"; die sexuelle Lust verlieren hat mehrere Seiten  
Gerötetes Gesicht Zeichen starker Emotionen (Zorn, Scham) steht ins Gesicht geschrieben, die Hitze des Gefechts im Gesicht, Druck  
Herzklopfen, erhöhter Puls Alarm! Flucht, Gefahr, Ärger, Aggressionen belasten, Aufregung herrscht vor, nicht mehr "herunter"kommen, das Leben als Marathon, tritt häufig nachts auf.  
Engegefühl in der Brust Stein "am Herzen", schwere Sorgen, Lasten, kein Auf- und Durchatmen erlaubt, Pflichten oder Ansprüche engen ein, lassen wenig Spielraum  
Atembeschwerden etwas nimmt mir die Luft, ich behalte mir Luft "zurück", Luft anhalten, beklemmende Stimmung am Arbeitsplatz, Ängste  
Husten das Atmen geht nicht mehr fließend sondern stotternd, etwas reizt mich ständig, sich aufgehustet fühlen, bellender Husten als Alarmsignal, Enge, Zurückhalten der Luft - um dann fast zu platzen  
Erhöhter Blutdruck unter Druck stehen, es fließt mehr durch - als innen Platz ist, ich werde gedrängt, innere Enge  
Muskelverspannungen Anspannen - Durchhalten, dagegen halten, Einseitige Last, Aufrecht halten, Stiernacken  
Drehschwindel**** ich weiß nicht mehr wohin ich mich wenden soll, mein inneres Gleichgewicht ist gestört, auch im Ruhezustand keine Stabilität zu spüren, nicht zum Stillstand kommen, Unentschieden sein  
Schmerzen in Rücken, Nacken immer tragfähig bleiben wollen, großes "Pinkerl" am Rücken, Lasten-Esel-Rolle, Angst im Nacken z.B. vor Kündigung  
Kopfschmerzen Kopfzerbrechen, häufig auch vom "steifen" Hals, Sitzposition beachten, unter Druck "von oben" stehen  
Nervöse Tics, Zuckungen** vor dem Aus"zuck" stehen, Spannung verselbständigt und entladet sich so (auch durch Mineralstoffmangel)  
veränderte Ernährung den Körper beschleunigen (mit Kaffee) und bremsen (mit Alkohol), hastiges Essen, Gier nach Süßem (konzentrierte Energie), den Blutzuckerspiegel hoch "pushen" und damit auch den Serotoninspiegel erhöhen  
Verdauungsstörungen Schiß haben, (große unverdauliche Bissen) Schlucken müssen, es gärt innerlich, Explosions"gefahr", für "Stunk" sorgen, drauf schei**en wollen, aber auch nichts behalten können, auf Durchmarsch gestellt  
     

Welche Zeichen haben Sie bei sich gefunden?

Was "lesen" Sie für sich aus Ihren Symptomen heraus? Ihr Gefühl zählt.

 

 

 

Hinweis

 

Bei allen Symptomen hat eine somatische Abklärung durch Arzt/Ärztin Vorrang!

*ad Immunreaktionen: Bitte lesen Sie nach unter Medizin-intensiv, denn Immunschwäche und häufige Entzündungen kommen im Zusammenhang mit andauerndem Stress und Cortisolmangel vor.

** Zuckungen deuten mitunter auch auf einen Mineralstoffmangel hin - wieder auch als Folge von ungünstiger Ernährung oder erhöhtem Bedarf; fallweise hilft Magnesiumzufuhr (Brausetabletten) bzw. B-Vitamine.

*** Schlafstörungen sind typischerweise vom Zusammenspiel diverser Neurotransmitter bestimmt.

**** Achtung auf eine gründliche medizinische Abklärung: Ausschluß von Menigitis, FSME, Borreliose Infektionen etc.

**Bei sexuellen Problemen an NW von Medikamenten denken (Blutdrucksenker, Antidepressiva), Hormonstatus (Schilddrüse) unbedingt auch abklären.