Es ist zu viel geworden

Burnout ist die unspezifische Bezeichnung für eine belastungsbedingte psychische Erschöpfung, meist auch mit körperlichen Symptomen. In unterschiedlichen Abstufungen wird sie die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit massiv beeinträchtigen. Die Bezeichnung Burnout ist keine medizinisch /psychotherapeutisch oder wissenschaftlich anerkannte Diagnose.

Was hilft weiter, wenn eine Woche Urlaub + 2x Thermenbesuch auch nichts gebracht haben?

  • Wollen Sie sich behandeln lassen?
  • Haben Sie vertrauenswürdige Partner dafür?
  • Gilt die Diagnose Erschöpfungszustand als gesichert und finden Sie sich darin?
  • Können Sie rasch für Entlastung sorgen? (Unterstützung, Arbeitszeit, Tätigkeitsbereich, Auszeit)
  • Alles brauchen Sie nicht auf einmal zu tun. Schritt für Schritt.
  • Hinweis: Auch Sie haben Selbstheilungskräfte und eine gesunde Seite. Die gilt es im Behandlungsverlauf wiederzufinden.
  • Ihre hilfreichen Strategien wollen wieder entdeckt werden.

Bild: Frühling im Weinviertel, M.GeigerMit Burnout können unterschiedliche körperliche Begleiterscheinungen verbunden sein. Die beobachtbaren Symptomgruppen haben viel mit den Stress verarbeitenden Regelsystemen im Körper zu tun. Es kommt darauf an, wie Sie bezüglich Ihrer seelischen Widerstandskraft ausgestattet sind. Demnach kann Erschöpfung unterschiedliche Gesichter haben.

Bild: Frühling wirds im Weinviertel:Dieses Bild durch Klick vergroessern © M. Geiger

Bei vielen Symptomen gibt es Parallelen zur Depression z.B. das Gefühl von Sinnverlust und sozialer Rückzug oder die tiefe Müdigkeit und die fehlende Motivierbarkeit. Und auch Schmerzzustände fallen in diese Kategorie, obwohl Sie vielleicht noch keinen Zusammenhang sehen. Den Unterschied zur klassichen Depression macht die Entstehungsgeschichte. Sie hat zumeist mit Arbeit | Leistung | Überlastung | sozialer und jedenfalls emotionaler Belastung zu tun.

Bei anderen Menschen treten Angst-Panik oder zumindest starke Unruhezustände auf. Wegen der unterschiedlichen persönlichen Biografien (ergibt unterschiedliche Widerstandskraft = Resilienz) wirken sich die Belastungen immer individuell aus.

Später werden sich daher auch individuelle Lösungen entwickelt, soferne der Veränderungsprozess rechtzeitig beginnt. Wie stark es Sie betrifft hängt von der Dauer und Art der Stresseinwirkung sowie von Ihren Schutzmechanismen und Ausgleichsfähigkeit ab.

Das Gute an Burnout ist die Signalwirkung für einen Kurswechsel. Psychotherapie ist hierbei ein verläßlicher Begleiter, immerhin geht es um Verhaltensänderung und Erkenntnisse über sich selbst. Auf diesen Seiten finden Sie entsprechende Anregungen dazu.


Haltungen zu Burnout

  • Erschöpfung ist nicht für TherapeutInnen erfunden worden, um Menschen per Diagnose ins "kranke Eck" zu stellen. Ich traue Menschen durchaus zu (und ermuntere häufig dazu), die Herausforderungen im Leben anzugehen. Aber jeder/jede kann sich dabei so verstricken, dass nichts weiter geht und der Zustand mühsam bleibt. Oft fehlt auch das Wissen. Viele Menschen sind unsicher, ihren eigenen Gefühlen zu trauen. Zu oft haben sie sich einreden lassen, dass sie sich nur zusammenreissen sollten oder dass sie sich etwas nur einbilden.
  • In jedem Fall gilt: Wenn Erschöpfung zu lange andauert ist Hilfe geboten. Mit und ohne Diagnose.
  • Erschöpfung hat immer einen individuellen Anteil, an dem Sie arbeiten können und sollen. Wie bin ich aufgewachsen (wovon brauche ich noch Ablösung), was bringe ich im Umgang mit Belastungen mit (oder eben nicht). Wie funktionieren meine Frühwarnsysteme und was motiviert mich im Leben? Wie nehme ich mich wahr und achte ich auf meine Entwicklung? Wo sind meine Verletzungen verborgen? Wo bin ich mit meinen Strategien in der Entwicklung stehen geblieben oder auf Grenzen gestoßen? Themen einer Psychotherapie und Chancen auf Änderung - aber ACHTUNG: Arbeit!
  • Erschöpfung soll aber auch als Problem unserer gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungsvorgänge gesehen werden. Nicht einzelne Betroffene belasten als Kostenfaktoren die öffentlichen Budgets, sondern die Art zu wirtschaften und Gesellschaft zu gestalten bewirken, dass immer mehr Menschen aus gesundheitlichen Gründen zum Ausstieg gezwungen sind. Schwer zu ändern, aber wichtig zu wissen.
  • Profitstreben, "speed-kills-Mentalität", ständiges Umstrukturieren und rücksichtslose Optimierung etc. haben einen breitenwirksamen Preis. Es drängt sich der Vergleich zum Konflikt zwischen Umweltschutz und Wirtschaft auf. Umweltschutz hat sich bekanntlich doch durchgesetzt, weil die Folgen der Rücksichtslosigkeit noch teurer wären. Wünschenswert wäre hier, dass sich der "Menschenschutz" auch mehr durchsetzt. Unter Schutzfaktoren wird auf diesen Aspekt mehr eingegangen.
  • Das Vorurteil, dass sich hinter Burnout angeblich die "Faulenzer" verstecken würden, um sich leichter in die Pension zu schwindeln ist deutlich abzulehnen. In der psychotherapeutischen Praxis finden sich ohne Ausnahme Personen, die ihre Arbeitsfähigkeit zutiefst vermissen und viel dafür einsetzen, wieder gesund zu werden. Arbeitsfähigkeit hat mit Wirkfähigkeit / Wirkmächtigkeit zu tun und ist ein menschliches Grundbedürfnis. Erkrankte suchen durch regelmäßigen Therapiebesuch auf eigene Kosten unermüdlich nach neuen Zugängen und arbeiten beharrlich an ihren Lebensthemen. Sie empfinden massiven Leidensdruck und sind keine Opfer einer Mode.
  • Die Diskussion, ob BO eine Verlegenheitsdiagnose (?) für eine eigentliche Depression ist, finde ich nicht sehr hilfreich für die Betroffenen. WEIL: Auch andere Erkrankungen (weit verbreitete körperliche) zeigen kein einheitliches Bild und werden dennoch behandelt, beforscht und akzeptiert. Ganz selbstverständlich wird bei vielen körperlichen Erkrankungen über Prävention nachgedacht und kostspielige Technik kommt zum Einsatz - warum also nicht auch bei der psychischen Erschöpfung?
  • Über seelische Probleme offen zu reden ist wichtig - da ist noch vieles aufzuholen. Wenn die Burnoutthematik etwas dazu beigetragen hat umso besser!
  • Hinweis: Sollte Ihnen jemand unterstellen wollen, die Symptome nur "im Internet auswendig gelernt" zu haben, dann können Sie zum Gegenbeweis eine genaue körperliche Untersuchung machen. Erster Schritt ist dazu eine Gesundenuntersuchung - denn zahlreiche Blutwerte geben Hinweise, insbesondere die Cortisol werte sowie die Herzratenvariabilität (HRV) überprüfen lassen. Auch der Testosteronwert liefert indirekt Hinweise auf Stressbelastung z.B. durch den erhöhten Cortisolwert, auch die Entzündungswerte und anderes mehr. Lesen Sie weiter bei den Symptombeschreibungen.

alleszuviel.at ist ein werbefreies Projekt mit dem Ziel, möglichst vielseitig über ein verbreitetes Krankheitsbild zu berichten. Ich möchte Sie als BesucherInnen mit der Idee anstecken, aus den "Szenen der Erschöpfung" den nötigen Veränderungsbedarf zu erkennen und wieder zu einer besseren Lebensqualität zurückzufinden.